Offenes Atelier und Präsentation der Publikation "Kunstdenkmalpflege. Standards und Prozesse"
Beim „Offenen Atelier“ des Bundesdenkmalamtes in der Abteilung für Konservierung und Restaurierung im Wiener Arsenal am 29. Jänner 2026 wurde die neue Publikation „Kunstdenkmalpflege. Standards und Prozesse“ feierlich präsentiert. Die Publikation ordnet sich in die bewährte Reihe von Standards, Leitfäden und Richtlinien des Bundesdenkmalamtes ein und erweitert diese um einen Schwerpunkt, der bislang in Österreich erstmals so umfassend aufgearbeitet wurde: die kunsthistorische Ausstattung denkmalgeschützter Objekte und die mit ihr verflochtenen denkmalpflegerischen Prozesse.
In seiner Begrüßung betonte Präsident Dr. Christoph Bazil die Bedeutung dieses neuen Werkes für die tägliche Praxis der Denkmalpflege: „Denkmalpflege beginnt dort, wo wir die Geschichte eines Objekts erkennen und respektvoll in die Zukunft weiterdenken. Die Standards bilden hier erstmals eine gemeinsame fachliche Grundlage, die Orientierung gibt und qualitätsvolle Entscheidungen möglich macht.“
Die Publikation zeigt auf, wie eng die konservatorischen, künstlerischen und baulichen Aspekte miteinander verknüpft sind, und gibt Planer:innen, Eigentümer:innen, Restaurator:innen sowie Behörden eine gemeinsame fachliche Grundlage. Das Redaktionsteam setzte sich aus Expert:innen verschiedener Fachbereiche des Bundesdenkmalamtes und Fachinstitutionen zusammen und vereinte kunsthistorische, restauratorische und denkmalpflegerische Kompetenz. In enger Zusammenarbeit entstand so eine Publikation, die fachliche Tiefe mit praxisnaher Anwendbarkeit verbindet. Die Redaktionsleitung und inhaltliche Koordination übernahm Fachdirektorin Petra Weiss, als Redaktion fungierten Jessica Roßmann und Andrea Hackel (beide Abteilung für Konservierung und Restaurierung).
Präsentiert wurden die Standards von Fachdirektorin Petra Weiss:
„Ein zentrales Anliegen der Publikation ist es, Denkmalpflege nicht als bloße technische oder juristische Aufgabe zu begreifen, sondern als integrierten Denk- und Handlungsprozess, in dem Bauten, Ausstattungen und künstlerische Einzelobjekte als Einheit erfasst, bewertet und gepflegt werden. Die Standards stellen hier ein zentrales Referenzwerk dar und sind weit über die Landesgrenzen hinaus von besonderer Bedeutung für die Denkmalpflege im deutschsprachigen Raum.“
Petra Weiss betonte zudem, dass Standards nicht als starre Vorschriften zu verstehen sind, sondern als orientierende Werkzeuge, die Denkmalpflege praxisnah und nachvollziehbar machen – ähnlich wie es schon das grundlegende Werk Standards der Baudenkmalpflege tut, das Planungssicherheit schafft und Entscheidungswege transparent macht.
Dieses Zitat wurde zum Leitgedanken des Abends und fand lebhafte Resonanz bei den Gästen aus Fachwelt, Verwaltung und Kulturinstitutionen. Der anschließende Empfang bot Raum für fachlichen Austausch, lebhafte Diskussionen und Vernetzung.