Von Goethe bis Doppeladler: Bronzestatuen der Ringstraße im Profi-Check Drohnenflug zur Quadriga auf dem Dach des Parlaments

ein Mann und drei Frauen stehen auf dem Dach des Parlaments in Wien, der Mann hält eine Drohne in seinen Händen
Mag.a Andrea Hackel (Bundesdenkmalamt, Abteilung Konservierung/Restaurierung), Philipp Grafenauer (BIG, Drohnenpilot), Univ.-Ass. Mag.a BA Meral Hietz (Universität für angewandte Kunst Wien), Marlene Krischan (Diplomandin)

Die Bronzedenkmäler der Wiener Ringstraße stehen im Zentrum einer Restaurierungs-Diplomarbeit von Marlene Krischan am Institut für Konservierung und Restaurierung der Universität für angewandte Kunst Wien (Leitung: Prof.in Martina Griesser-Stermscheg). Untersucht werden fünf Statuen von Goethe bis Doppeladler. Ziel ist, Zustand und Restauriergeschichte zu evaluieren – inklusive einer Drohnenbefliegung der Quadrigen am Parlament – und daraus Empfehlungen für eine vorsorgende, präventive Pflege und nachhaltige Wartung abzuleiten.

Im Rahmen ihrer Diplomarbeit am Institut für Konservierung und Restaurierung der Universität für angewandte Kunst Wien untersucht Marlene Krischan fünf Bronzestatuen entlang der Wiener Ringstraße. „Ziel ist eine fundierte Evaluierung des aktuellen Zustands sowie der Restauriergeschichte der letzten Jahrzehnte. Die Arbeit soll außerdem Grundlagen liefern, um langfristig geeignete und nachhaltige Maßnahmen zum optimalen Erhalt dieser Objekte empfehlen zu können“, so Krischan, denn vorsorgende Konservierung sei unterm Strich kostengünstiger und besser für den Erhalt der Statuen aus denkmalpflegerischer Sicht. Entstanden ist die Idee zur Diplomarbeit aus dem fachlichen Austausch des Instituts der Angewandten mit dem Bundesdenkmalamt über Erhaltungsstrategien von Bronzestatuen im öffentlichen Raum.

„Das Bundesdenkmalamt, insbesondere die Abteilung für Konservierung und Restaurierung, legt großen Wert auf den kontinuierlichen wissenschaftlichen Austausch mit den Universitäten als zentrale Kooperationspartner. Diese stehen für ein fachliches Niveau am Puls der Zeit.“ (Mag.a Andrea Hackel, Bundesdenkmalamt, Abteilung für Konservierung und Restaurierung)

„Der Fachbereich des Bundesdenkmalamtes bearbeitet als zentraler Forschungsbereich aktuelle Fragestellungen am Denkmal und fördert durch Fachgespräche und Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der gesamten Fachgruppe. Darüber hinaus fungiert er als Kommunikationsschnittstelle zwischen den Denkmaleigentümer:innen und allen für den Denkmalschutz zuständigen Akteur:innen.“ (Ing.in Mag.a Petra Weiss, Fachdirektorin des Bundesdenkmalamtes)

 

Drohnenflug: Untersuchung der Quadrigen am Parlament

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Quadrigen am Dach des Parlaments. Diese Figuren sind vom Boden aus nur eingeschränkt beurteilbar. Ihre Lage macht klassische Untersuchungsmethoden schwierig. Daher wurde durch das Bundesdenkmalamt als Kooperationspartner eine unterstützende Drohnenbefliegung beauftragt. Damit sollen hochauflösende Aufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven entstehen. Ziel ist eine präzise Zustandsbeurteilung auch in schwer einsehbaren Bereichen. Der Drohnenflug erfolgte am 26. Jänner 2026.

Fachgespräch im März 2026

Die Ergebnisse der Diplomarbeit werden im Rahmen eines Fachgesprächs am 12. März 2026 im Bundesdenkmalamt präsentiert und diskutiert werden. Ziel ist, daraus konkrete Vorschläge für Wartung und Pflege abzuleiten. Die Empfehlungen sollen den Denkmaleigentümer:innen helfen, Erhaltungsmaßnahmen langfristig planbar und fachlich fundiert umzusetzen.

Das in Kooperation zwischen Bundesdenkmalamt und der Universität organisierte Fachgespräch „Conservation and Care of Outdoor Bronzes at the Vienna Ringstraße. Research and Practice in an International Context“ wird aktuelle Ergebnisse und internationale Entwicklungen und Erfahrungen zum Erhalt von Bronzedenkmalen thematisieren, um auch zukünftig den optimalen Erhalt dieser bedeutenden Kunstwerke zu gewährleisten.