Mumienbraun, Giftgrün und Goethes Farbenkreis

Ein gelungener Auftakt für die Ausstellung „Farbgeschichten“ in der Kartause Mauerbach

Blick in den Raum der Ausstellung "Farbgeschichten" in der Kartause Mauerbach mit Goethes Farbenkreis an der Wand

Mit einem spektakulären Blickfang wurde am 30. Mai 2026 die Ausstellung des Bundesdenkmalamtes „Farbgeschichten von Purpur, Smalte und Giftgrün“ in der Kartause Mauerbach eröffnet. Nach den einleitenden Worten von Präsident Dr. Christoph Bazil, Univ.-Prof.in Dr.in Martina Griesser-Stermscheg, Vizerektorin der Universität für angewandte Kunst Wien und Leiterin des Instituts für Konservierung und Restaurierung, sowie Mag. Peter Aufreiter, Generaldirektor des Technischen Museums Wien, öffneten sich die Türen des Kapitelsaals und gaben den Blick auf einen monumentalen, acht Meter durchmessenden Farbenkreis nach Johann Wolfgang von Goethe frei – ein beeindruckendes Zentrum der Ausstellung und zugleich Ausgangspunkt einer Reise durch die Geschichte der Farben.

Ausstellung Farbgeschichten

Zu entdecken gibt es seltene und außergewöhnliche Farbmittel aus mehreren Jahrtausenden: vom geheimnisvollen Drachenblut über echten Purpur, gewonnen aus den Drüsen von Meeresschnecken, bis hin zu hochgiftigen Pigmenten aus Arsen wie Schweinfurter Grün oder Auripigment, die einst wegen ihrer Leuchtkraft geschätzt wurden. Besondere Aufmerksamkeit erregte auch eine der Leihgaben des Technischen Museums Wien: Mumia vera, ein Fragment einer echten ägyptischen Mumie. Was heute befremdlich erscheint, wurde im 18. und 19. Jahrhundert tatsächlich zur Herstellung des begehrten Braunpigments „Mumienbraun“ verwendet.

Eingebettet war die Ausstellungseröffnung in die Tage der offenen Kartause, die am Samstag und Sonntag zahlreiche Besucher:innen nach Mauerbach lockten. Großes Interesse fanden das traditionelle Kalkbrennen sowie die vielen Handwerksstationen, an denen historische Techniken hautnah erlebt werden konnten.
 

Mönchszelle in Mauerbach die als Maleratelier genutzt wird

Ein besonderer Publikumsmagnet war die Malerzelle – eine ehemalige Mönchszelle der Kartäuser, die heute als Werkstatt für historische Maltechniken und Pigmentsammlung genutzt wird. Dort demonstrierten Malermeister Reinhald Nöhammer und Malermeisterin Alexandra Vierlinger die Kunst der Holz- und Marmorimitation. Mit erstaunlicher Präzision entstanden Oberflächen, die ihren natürlichen Vorbildern täuschend ähnlich sahen und viele Besucher:innen zum Staunen brachten.

 

Kinder formen mit den Händen Ton

Auch für junge Gäste wurde viel geboten: Kinderschminken, Steinmetzarbeiten und Mitmachstationen luden zum Ausprobieren ein. Die Universität für angewandte Kunst Wien gewährte darüber hinaus spannende Einblicke in die Restaurierung und Retusche historischer Kunstwerke. Am Sonntag fand auch wieder der Biosphärenparkcup Wienerwald in der Kartause Mauerbach statt.

Wer die Eröffnung versäumt hat, kann die Ausstellungen in der Kartause Mauerbach noch den ganzen Sommer über besuchen. Geöffnet ist jeweils samstags, sonntags und an Feiertagen.

Öffnungszeiten
30. Mai bis 27. September 2026
Samstag, Sonntag & Feiertage: 10.00 bis 18.00 Uhr

Eintrittspreise
Erwachsene: 7 Euro
Ermäßigt (Seniorinnen und Senioren, Studierende, Gruppen ab 10 Personen): 5 Euro
Kinder: 3 Euro

Führungen
Jeden Sonntag um 15.00 Uhr
Gruppenführungen (ab 10 Personen): täglich nach Anmeldung
Zuschlag für Führung: + 3 Euro

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