Evaluierung der Veränderungen am Baudenkmal 2025
Bescheide gemäß §5 DMSG
Im Jahr 2025 weisen die Veränderungen gemäß § 5 Denkmalschutzgesetz mit über 2.800 Entscheidungen einen Anstieg um fast 10 Prozent auf. Die Bandbreite der bearbeiteten Anträge erstreckt sich dabei von Restaurierungs- bzw. Konservierungsvorhaben künstlerisch gestalteter Oberflächen bis hin zu baulich relevanten Maßnahmen unterschiedlichster Projektdimension. Das Bundesdenkmalamt führt jährlich eine interne fachliche Evaluierung dieser Entscheidungen durch, um einerseits bundeseinheitliche Prozesse und andererseits den Status inhaltlicher Standards zu prüfen. Im Rahmen der Gesamtschau werden aktuelle Fragestellungen oder besondere Herausforderungen als Fokusthemen ausgearbeitet.
2025 wird weiterhin ein deutlicher Anstieg von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz festgestellt, wobei dies besonders die Installation von Gebäudetechnik betrifft.
Die Zahl der 114 genehmigten Photovoltaikanlagen präsentiert dabei eine auf den geschützten Bestand abgestimmte Lösungsvielfalt. Die baulichen Eingriffe an der thermischen Gebäudehülle bleiben im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant, eine geringfügige Steigerung betrifft hier Maßnahmen zum Hitzeschutz.
Gleichbleibend hoch stellt sich der Anteil der genehmigten Projekte mit Verbesserungen für die Barrierefreiheit
und Nutzungssicherheit dar. Ein leichter Anstieg auf rund 80 Genehmigungen ist hier bei der technischen Aufrüstung durch Aufzugsanlagen zu verzeichnen, wobei der Großteil der Aufzüge innerhalb der Gebäudestruktur integriert werden kann.
Die Maßnahmen zur statischen Ertüchtigung sind einerseits zur Behebung von Schadensfällen wie etwa Gewölbesanierungen in Kirchenbauten und anderseits zur gewünschten Steigerung von Nutzlasten wie z.B. bei Dachschoßausbauten vorgesehen. In jedem Fall sind die Vorhaben meist mit erheblichen baulichen Eingriffen verbunden und benötigen eine maßgenaue Abstimmung im Vorfeld des Antrags.
Im Themenbereich Dachausbau und Aufstockung ist mit insgesamt 66 Genehmigungen erstmals wieder ein Anstieg zu beobachten. Die Zunahme der Projekte bildet unter anderem auch die allgemein forcierte Nachverdichtung bereits bebauten Raumes ab. Vor allem im städtischen Gefüge ist der steigende Druck auf die Baudenkmale bemerkbar. Sogenannte Aufklappungen, Aufzonungen oder ganze Aufstockungen sind besonders hier festzustellen und führen zu umfassenden Veränderungen in der Dachzone.
Der Anteil der genehmigten Projekte mit Maßnahmen zum Brandschutz ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr gleichbleibend hoch. Ziel der Anträge ist es, durch diese Ertüchtigungen am Baudenkmal dessen Nutzung zu verlängern, zu erweitern oder wieder zu ermöglichen, wobei insbesondere Nutzungsänderungen meist vollständige Brandschutz-Neubewertungen bewirken. Die Herausforderung liegt hier in der planerisch kreativen Umsetzung in Abstimmung auf den geschützten Bestand.
Die evaluierten Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Klimawandel widmen sich zum Großteil der Prävention vor Extremwetterereignissen wie Hitze oder Starkregen. Besonders häufig werden daher Klimaanlagen und Sonnenschutzelemente genehmigt. Einige Projekte zielen auf die Verbesserungen des allgemeinen Mikroklimas durch dauerhafte oder auch temporäre Begrünungen ab.
Die im Vorjahr begonnene Erhebung von Projekten in den zwölf Welterbestätten verzeichnet 2025 mit insgesamt 521 Genehmigungen einen erheblichen Anstieg, insbesondere im Historischen Zentrum von Wien. Auch hier kommt es vermehrt zu Veränderungen in der Dachzone, Interventionen zur Steigerung der Energieeffizienz der Gebäudehülle sind hingegen stark rückläufig. Insgesamt wird in der Evaluierung auf Maßnahmen fokussiert, welche die jeweiligen Outstanding Universal Values der Welterbestätte tangieren. Das umfasst eine Vielzahl an Fassadenrestaurierungen, Veränderungen in historischen Freiflächen oder städtebauliche Entwicklungskonzepte.