IronArch - Eisenarchitektur in der Österreichischen Monarchie

Blick in einen Dachstuhl bestehend aus einer Eisen- und Glaskonstruktion. Im Vordergrund des Bildes sind technische Geräte zur Vermessung der Dachkonstruktion zu sehen, eine Hand hält das Display eines Tablets in die Kamera
Wiener Hofburg, Baudokumentation einer Eisen-Glas-Konstruktion von 1896

Konstruktionsgeschichte, materialbezogene Entwicklungen und theoretischer Diskurs

Die kühnen, oft weitgespannten Eisenkonstruktionen wie Brücken, Viadukte, Hallenbauten, aber auch Kuppeln, Glasdächer und Gewächshäuser bezeugen bis heute die Innovation und das technische Know-how der Baukultur in der Österreichischen Monarchie der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Forschungsfragen

Die wissenschaftliche Erforschung der massenhaften Verwendung des Baustoffs Eisen im Bauwesen der Österreichischen Monarchie ist jedoch rar und erfolgte bisher vor allem unter wirtschaftsgeschichtlichen, industriearchäologischen und architekturhistorischen Gesichtspunkten. Weniger Augenmerk lag auf den erhaltenen Bauwerken selbst, ihren zugrundeliegenden Konstruktionsprinzipien, fortschrittlichen Berechnungsmethoden, verbesserten Materialqualitäten, Herstellungsprozessen und Bauverfahren. Das Desiderat wird noch offensichtlicher angesichts drängender denkmalpflegerischer Fragestellungen zum Erhalt der noch in Nutzung befindlichen Konstruktionen. Erhöhte Sicherheitsanforderungen, zusätzliche Nutzlasten und auch Auswirkungen des Klimawandels machen effiziente Analysemethoden und belastbare Datensammlungen unentbehrlich.

Photogrammetrie Aufnahme, Erfassung von Knotenpunkten eines Balkenfachwerks aus Eisen von 1896
Wiener Hofburg, Photogrammetrische Erfassung von Knotenpunkten eines Balkenfachwerks aus Eisen von 1896

Forschungsmethode

In einer exemplarischen, aber detaillierten interdisziplinären Analyse mit spezialisierten Partnern aus den Geistes‐, Natur‐ und Ingenieurwissenschaften werden Eisentragwerke mit dem Ziel einer nachhaltigen, systematischen und konsistenten Erfassung und Bewertung untersucht. Erstmals sollen Fragen der Bauforschung, der Geisteswissenschaften, der Denkmalpflege und der Materialwissenschaften zusammenhängend bearbeitet werden, indem ausgewählte Eisentragwerke in Bezug auf Material und Konstruktion, aber auch hinsichtlich ihres zeitgeschichtlichen Stellenwertes analysiert werden.

Dieser Ansatz eröffnet neue Forschungsperspektiven mit dem Ziel einer zusammenhängenden Analyse und Darstellung der industriellen und baulichen Aktivitäten im Eisenhochbau des 19. Jahrhunderts in der Österreichischen Monarchie auf der Basis einer breiten Palette von erfassten Objektdaten und historischem Quellenmaterial. Die ebenso notwendige Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung erweitert die Basis für Konservierungsstrategien für diese Denkmäler und leistet einen wertvollen Beitrag zum europäischen Forschungsstand in diesem Bereich.

Projektlaufzeit

April 2026 - März 2030

Projektfinanzierung

Förderprogramm Heritage Science Austria 2.0 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Projektleitung

Gudrun Styhler-Aydın (Projektverantwortliche), Österreichische Akademie der Wissenschaften, Österreichisches Archäologisches Institut

Dörte Kuhlmann, TU Wien, Forschungsbereich Baugeschichte und Bauforschung

Petra Weiss, Bundesdenkmalamt, Fachdirektorin

Daniel Kiener, Montanuniversität Leoben, Department Materials Science

Weitere Partner

Georg Hochreiner, TU Wien, Institut für Mechanik der Werkstoffe und Strukturen

Gerhard Stadler, TU Wien, Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege

Hanna Antje Liebich, Bundesdenkmalamt, Abteilung für Architektur

Stephan Bstieler, Bundesdenkmalamt, Abteilung für Spezialmaterien

Andrea Hackel, Bundesdenkmalamt, Abteilung für Konservierung und Restaurierung

Robert Linke, Bundesdenkmalamt, Referat Naturwissenschaftliches Labor

Mitarbeit

Hannah Smrzka, ÖAW-ÖAI

Marlies Gschwandtner, TU Wien

Helmut Schwaiger, ÖAW-ÖAI

Karl Burkhart, ÖAW-ÖAI

Brigit Danthine, ÖAW-ÖAI

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