IronArch - Eisenarchitektur in der Österreichischen Monarchie
Konstruktionsgeschichte, materialbezogene Entwicklungen und theoretischer Diskurs
Die kühnen, oft weitgespannten Eisenkonstruktionen wie Brücken, Viadukte, Hallenbauten, aber auch Kuppeln, Glasdächer und Gewächshäuser bezeugen bis heute die Innovation und das technische Know-how der Baukultur in der Österreichischen Monarchie der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Forschungsfragen
Die wissenschaftliche Erforschung der massenhaften Verwendung des Baustoffs Eisen im Bauwesen der Österreichischen Monarchie ist jedoch rar und erfolgte bisher vor allem unter wirtschaftsgeschichtlichen, industriearchäologischen und architekturhistorischen Gesichtspunkten. Weniger Augenmerk lag auf den erhaltenen Bauwerken selbst, ihren zugrundeliegenden Konstruktionsprinzipien, fortschrittlichen Berechnungsmethoden, verbesserten Materialqualitäten, Herstellungsprozessen und Bauverfahren. Das Desiderat wird noch offensichtlicher angesichts drängender denkmalpflegerischer Fragestellungen zum Erhalt der noch in Nutzung befindlichen Konstruktionen. Erhöhte Sicherheitsanforderungen, zusätzliche Nutzlasten und auch Auswirkungen des Klimawandels machen effiziente Analysemethoden und belastbare Datensammlungen unentbehrlich.
Forschungsmethode
In einer exemplarischen, aber detaillierten interdisziplinären Analyse mit spezialisierten Partnern aus den Geistes‐, Natur‐ und Ingenieurwissenschaften werden Eisentragwerke mit dem Ziel einer nachhaltigen, systematischen und konsistenten Erfassung und Bewertung untersucht. Erstmals sollen Fragen der Bauforschung, der Geisteswissenschaften, der Denkmalpflege und der Materialwissenschaften zusammenhängend bearbeitet werden, indem ausgewählte Eisentragwerke in Bezug auf Material und Konstruktion, aber auch hinsichtlich ihres zeitgeschichtlichen Stellenwertes analysiert werden.
Dieser Ansatz eröffnet neue Forschungsperspektiven mit dem Ziel einer zusammenhängenden Analyse und Darstellung der industriellen und baulichen Aktivitäten im Eisenhochbau des 19. Jahrhunderts in der Österreichischen Monarchie auf der Basis einer breiten Palette von erfassten Objektdaten und historischem Quellenmaterial. Die ebenso notwendige Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung erweitert die Basis für Konservierungsstrategien für diese Denkmäler und leistet einen wertvollen Beitrag zum europäischen Forschungsstand in diesem Bereich.
Projektlaufzeit
April 2026 - März 2030
Projektfinanzierung
Förderprogramm Heritage Science Austria 2.0 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Projektleitung
Gudrun Styhler-Aydın (Projektverantwortliche), Österreichische Akademie der Wissenschaften, Österreichisches Archäologisches Institut
Dörte Kuhlmann, TU Wien, Forschungsbereich Baugeschichte und Bauforschung
Petra Weiss, Bundesdenkmalamt, Fachdirektorin
Daniel Kiener, Montanuniversität Leoben, Department Materials Science
Weitere Partner
Georg Hochreiner, TU Wien, Institut für Mechanik der Werkstoffe und Strukturen
Gerhard Stadler, TU Wien, Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege
Hanna Antje Liebich, Bundesdenkmalamt, Abteilung für Architektur
Stephan Bstieler, Bundesdenkmalamt, Abteilung für Spezialmaterien
Andrea Hackel, Bundesdenkmalamt, Abteilung für Konservierung und Restaurierung
Robert Linke, Bundesdenkmalamt, Referat Naturwissenschaftliches Labor
Mitarbeit
Hannah Smrzka, ÖAW-ÖAI
Marlies Gschwandtner, TU Wien
Helmut Schwaiger, ÖAW-ÖAI
Karl Burkhart, ÖAW-ÖAI
Brigit Danthine, ÖAW-ÖAI