IN RESTAURO

Derzeit werden in der Abteilung Konservierung - Restaurierung des Bundesdenkmalamtes folgende Objekte restauriert:

Befundung und Restaurierung der farbig gefassten Holzskulpturen Hl. Thekla und Hl. Franz Xaver sowie Evaluierung weiterer Skulpturen aus dem ehemaligen Ursulinenkloster, Wien

Im ehemaligen Ursulinenkloster in der Johannesgasse 8, 1010 Wien, werden derzeit zwei farbig gefasste Holzskulpturen – die Hl. Thekla und der Hl. Franz Xaver – aus dem sogenannten „Theatrum Sacrum“ befundet und restauriert. Die Skulpturen befinden sich in verglasten Nischen entlang des Ganges und waren seit der Nutzung des Gebäudes in den 1960er-Jahren als Studierendenwohnheim über Jahrzehnte einem sehr trockenen Raumklima ausgesetzt. Dies führte zu ausgeprägten Schäden an Träger und Fassung in Form von Schwundrissen, Lockerungen und Fassungsverlusten.

Parallel zu diesen Arbeiten erfolgt die Befundung und Evaluierung von zwölf weiteren Skulpturen aus demselben Gebäude. Diese befanden sich ursprünglich ebenfalls im Gangbereich, jedoch außerhalb der Nischen. Nach der Umnutzung des Hauses wurden sie zunächst im Keller zwischengelagert und 1993 aufgrund der dort herrschenden extremen Klimabedingungen in das Depot des Bundesdenkmalamts überführt, wo sie sich bis heute unter konstanten klimatischen Bedingungen befinden.

Ziel des Projekts ist neben der Schadensanalyse und Bewertung des Erhaltungszustands der Objekte die Erarbeitung eines Restaurierungs- und Aufstellungskonzepts für die im Depot zwischengelagerten Skulpturen. Langfristig ist die Rückführung dieser Skulpturen an ihren ursprünglichen Aufstellungsort im ehemaligen Ursulinenkloster vorgesehen.

Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Evaluierung klimabedingter Schadensprozesse an polychrom gefassten Holzskulpturen im Vergleich zwischen Objekten, die über Jahrzehnte in situ einem ungünstigen Raumklima ausgesetzt waren, und solchen, die seit 1993 im Depot unter stabilen Bedingungen lagern. Ziel ist es, die Auswirkungen verschiedener Lagerungs- und Klimasituationen auf Materialstabilität und Fassungserhalt zu untersuchen und daraus Erkenntnisse für künftige konservatorische Strategien abzuleiten.

Restauratorin: Mag.a Julia Kolar

Monumentalfries „Die vorzüglichsten idealen und volkswirtschaftlichen Aufgaben des Parlaments“ von Eduard Lebiedzki, 1911, Parlament, Wien

Eduard Lebiedzki schuf zwischen 1907 und 1911 ein monumentales Fries mit dem Titel „Die vorzüglichsten idealen und volkswirtschaftlichen Aufgaben des Parlaments“. Das Werk - eine Ölmalerei auf Leinwand - zog sich über die gesamte Länge der Säulenhalle und wurde als Marouflage, also vollflächig verklebte Leinwand, auf die Wand aufgebracht.

Im Zweiten Weltkrieg traf eine Bombe das Parlament, wodurch das Fries schwer beschädigt wurde. Die Gemälde mussten abgenommen werden; ein Großteil der Fragmente blieb jedoch erhalten und wurde eingelagert. 1993 konnte ein Teil dieser Fragmente restauriert und wieder in der Säulenhalle installiert werden.

Die übrigen Fragmente werden derzeit im Rahmen eines Konservierungsprojekts gesichert. Gleichzeitig entsteht ein Lagerungskonzept, das auch die Möglichkeit vorsieht, diese Teile künftig einzeln auszustellen aber auch eine Wiederanbringung in der Säulenhalle nicht ausschließt. Die Westwand der Halle war vor dem Aufbringen des Frieses mit einem Fresko gestaltet. Bei der Abnahme des Frieses wurden sowohl der Putz als auch die ursprüngliche Wandmalerei entfernt. Sollten sich geeignete Bedingungen finden, sollen auch die verbliebenen Reste dieser Wandmalerei abgenommen und gesichert werden.

Befunderhebung: Univ.-Ass.in Mag.a Agnes Szökrön-Michl

Ausführung: N.N.

Tor des romanischen Karners in Tulln, Niederösterreich

Das Tor des Tullner Karners wurde im Februar 2025 in die Abteilung für Konservierung und Restaurierung verbracht. An dem bereits bereichsweise bestandsgefährdeten, eisenbeschlagenen Holztor ist eine konservierungswissenschaftliche Forschungsarbeit in Planung. Die Einbindung des Bundesdenkmalamts an dem Erhalt des Tullner Karners reicht bereits weit zurück. Die zum Erhalt des Bauwerks formierte Bürgerinitiative „Rettet den Karner“ setzt sich seit ihrem Gründungsjahr 1974 intensiv für Erhalt, Erforschung und Vermittlung des Baudenkmals ein und arbeitet seit Anbeginn an in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat Niederösterreich und der Fachabteilung für Konservierung und Restaurierung.

Das historisch bedeutsame und aufwendig gestaltete Eingangstor wurde bislang nicht näher untersucht und soll im Zuge einer interdisziplinären, konservierungswissenschaftlichen Aufarbeitung von Fachexpert*innen aus Holz- und Metallkonservierung, begleitet durch naturwissenschaftliche Untersuchungen ausgewertet werden. Im Zuge der geplanten Befunderhebung werden Bestand- und Zustand im Hinblick auf Klärungen der Objektgeschichte (Herkunft, Herstellung, Alter) sowie vorhandene Schädigungen, aktive Schädigungsfaktoren und damit akute und langfristige Gefährdungen aufgearbeitet. Die Erkenntnisse der Aufarbeitung fließen in Folge in einem Maßnahmenkonzept zur Konservierung und Restaurierung zusammen.

Das Projekt entspricht der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes in Punkt 4.4.:

  • Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege
  • Konservierungs- und naturwissenschaftliche Untersuchungen, Konzepterstellungen sowie Probe – und Modellrestaurierungen

Befunderhebung: Mag.a Katharina Mendl und Ing.in Mag.Kerstin Fischbacher, BSc

Zwei Sessel und ein Tisch: Neogotische Möbel - Marmorschlössl Bad Ischl, Oberösterreich

Zwei baugleiche Sessel mit hoher Rückenlehne (Joseph Hassa, 1858) sowie ein runder Salontisch (Heinrich Dübel, 1858/59) sind Bestandteil eines Möbelensembles im Stil der Neugotik. Die Möbelstücke stammen aus dem Marmorschlössl in Bad Ischl, einem Cottage im Tudorstil. Die Herstellung neugotischer Möbel unterscheidet sich deutlich von der einfachen Gestaltung gotischer Möbel. Dabei wurden gotische Stilelemente aus Kunst und Architektur neu interpretiert und zu neuen Gesamtwerken zusammengefügt.

Die Konservierung und Restaurierung dieser Objekte bildet einen Teil eines umfassenden Forschungs- und Restaurierungsprojekts zur Gestaltung und Ausstattung des Marmorschlössls. In der Abteilung Konservierung - Restaurierung des Bundesdenkmalamtes werden nun drei der zum ursprünglichen Mobiliar gehörenden Stücke untersucht, konserviert und restauriert. Dabei steht insbesondere an einem stark fragmentierten Sessel die Frage nach Rekonstruktion und Authentizität zur fachlichen Diskussion an. Ziel ist es die Objekte in einen lesbaren Zustand zu versetzen, um sie an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort wieder präsentieren zu können.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes 2024 sind folgende Schwerpunkte betroffen:

  • Erarbeitung bzw. Aktualisierung der Kriterien für die Denkmalbedeutung auf Basis der nationalen und internationalen Fachdiskurse/ Fachgespräch Juni 2024
  • Erstellung von Grundlagen zur langfristigen Evaluierung der Erhaltungs-, Instandsetzungs- und Restaurierungsmaßnahmen an Denkmalen.

Restauratorin: Ing.in Mag.a Kerstin Fischbacher, BSc

Prozessionsfahne aus Leutasch, Tirol

Die Prozessionsfahne aus der Pfarrkirche Heilige Magdalena in Leutasch Tirol wird auf 1926 datiert und ist bis heute in Gebrauch bei Prozessionen. Wer die Fahne hergestellt hat, ist nicht bekannt. Auf dem beidseitig bemalten Fahnengemälde ist auf einer Seite Maria mit dem Jesuskind und dem Heiligen Dominikus und auf der anderen Seite der Heilige Antonius und der Heilige Petrus dargestellt. Das Fahnengemälde wird durch die Verwendung besonders beansprucht und hat mehrere Fehlstellen in der Malschicht, Deformationen und Risse im Leinwandgewebe. Der 37 Zentimeter lange horizontal verlaufende Riss im Fahnengemälde stellt den größten Schaden dar. In der Vergangenheit wurden schon mehrere Ausbesserungsarbeiten durchgeführt, die jedoch keine längerfristige Lösung darstellen. Die besondere Herausforderung an der Restaurierung dieses Objektes liegt darin, die weitere Verwendung bei Prozessionen zu ermöglichen.

Im Zuge des Forschungsprojektes „Gelebtes Denkmal“ wird ein Konzept für die Konservierung und Restaurierung erstellt, das die Prozessionsfahne nachhaltig sichert und nach einer Evaluierung eine Basis für weitere Restaurierungen darstellen soll.

Restauratorin: Mag.a Hannah Pichler

Mozartvorhang von Alexander Demetrius Goltz, 1893, Salzburg

Der Mozartvorhang wurde 1893 von Alexander Demetrius Goltz geschaffen und als Theatervorhang konzipiert. Das Werk misst 6 mal 10 Meter und ist bereits seit längerer Zeit nicht in Verwendung. Inzwischen weist das Werk mehrere Schäden wie Risse und Löcher, Wasserschäden, abgeriebene Stellen und Falten auf, an denen sich die Malschicht löst sowie offene Nähte an den seitlichen Ansetzungen. Es sind mehrere Restaurierungen zu verzeichnen, von denen die letzte vermutlich 1939 von Lukas Suppin durchgeführt wurde. Das Werk weist einen schlechten Erhaltungszustand auf und bedarf dringend konservatorischer Maßnahmen.

Im Zuge einer umfassenden Befundung werden die Herstellungstechnik, die frühere Montage des Werkes, sowie die vorangegangenen Eingriffe ermittelt. Anschließend wird ein Konzept für die Konservierung und Restaurierung entwickelt, um das Werk wieder in einem gesicherten Zustand präsentieren zu können. In diesem Projekt wird zur Erhaltung großformatiger Textilien geforscht.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes 2024 sind folgende Schwerpunkte betroffen:

  • Erstellung von Grundlagen zur langfristigen Evaluierung der Erhaltungs-, Instandsetzungs- und Restaurierungsmaßnahmen an Denkmalen.

Restauratorinnen: Mag.a Valerie Thausing-Aichberger, Julia Sawitzki MA

Engel von L. Mattielli, ehem. am Tambour der Karlskirche, Wien

Der 1730 als Teil des Skulpturenschmucks der Karlskirchenfassade geschaffene Engel wurde aufgrund der bereits starken Schädigung in einer Restaurierungskampagne 1969 abgenommen und kopiert. Nach mechanischer Abnahme der stark geschädigten Gesteinssubstanz wurde das Original umfassend bildhauerisch ergänzt bzw. rekonstruiert. Die Ergänzungen von Kopf, Torso/Gewand, Armen und Attributen wurden ausschließlich zum Zweck der Abformung durchgeführt, was in einem heute sehr heterogenen Bestand bzw. Erhaltungszustand resultiert. Nach Fertigstellung der Kopie wurde der Engel von L. Mattielli zur Einlagerung nach Mauerbach überführt. Ein weiterer, heute verlorener Engel vom Tambour wurde in ein angedachtes Lapidarium nach Laxenburg verbracht. Versuche ein dauerhaftes Lapidarium für die in diesen Jahrzehnten von verschiedensten Objekten abgenommenen und kopierten Originale einzurichten scheiterten. Die aus dieser Gruppe nur mehr zum Teil erhaltenen Skulpturen wurden daher sukzessive konserviert bzw. restauriert und in Folge dessen neuen Standorten zugewiesen. Seit 2007 befindet sich der Engel wieder in der Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes. Er stellt das letzte noch vorhandene Objekt dieser Sammlung geretteter Originale dar. In den vergangenen Jahren wurden bereits unbedingt notwendige Sicherungs- und Konservierungsarbeiten durch die Studentinnen der Universität für angewandte Kunst Wien (Fachbereich Stein und mineralische Werkstoffe) vorgenommen. Der Engel soll zukünftig wieder im Kontext der Karlskirche präsentiert werden.

Der aktuelle Auftrag umfasst die Methodenfindung zum Umgang mit den 1969 bis 1973 durchgeführten Zerstörungen und Restaurierungen. Es muss ein denkmalfachlich entsprechendes und konservatorisch/restauratorisch nachhaltiges Maßnahmenprogramm zum Umgang mit den vorhandenen Schäden und formalen Veränderungen im Hinblick auf die geplante Neupräsentation im geschützten Außenbereich ermittelt werden.

Die Konservierung und Restaurierung des Engels wurde im Frühjahr 2025 abgeschlossen. Einige abschließende Arbeitsschritte können erst nach der Wiedererrichtung am endgültigen Standort erfolgen.
Die Neuaufstellung, im entstehungszeitlichen Kontext der Karlskirche, ist für 2026 vorgesehen.

Dies entspricht der Forschungsstrategie: Erstellung von Grundlagen zur denkmalgerechten Erhaltung, Instandsetzung und nachhaltigen Bestandssicherung von Denkmalen (Materialien, Konstruktionen/ Technologien/ Methoden)

Restaurator: Mag. Martin Pliessnig

Erzengel Gabriel (Metallskulptur, gefasst) Sankt Johann bei Herberstein, 8222 Feistritztal, Steiermark

Die Statue wurde 1890/91 vom Mönch und Bildhauer Peter (Desiderius) Lenz für die Klosterkirche St. Gabriel in Prag geschaffen und dort als Patroziniumsfigur auf dem Dach der südseitigen Vorhalle aufgestellt. 1918 gelangte sie – als für die Schwestern bedeutendes Identifikationsobjekt – im Zuge der Umsiedelung der Benediktinerinnen von der hl. Lioba nach Österreich und wurde vor Schloss Bertholdstein platziert. Mit der erneuten Übersiedlung des Klosters im Jahr 2009 wurde auch der Engel an den neuen Standort in St. Johann bei Herberstein übertragen.

Eine 2024 von Mag. Waltraud Schartmüller abgeschlossene Befunderhebung wies eine entstehungszeitliche Bronzierung in Ölbindung mit (blatt-)vergoldeten Attributen nach. Im Rahmen der derzeit laufenden Konservierung und Restaurierung werden maßgebliche bestandssichernde Maßnahmen durchgeführt, Fehlstellen ergänzt und die ursprüngliche Fassung rekonstruiert.

Begleitende und zukünftige Untersuchungen dienen der weiterführenden Erforschung dieser heute nicht mehr gebräuchlichen Fassungstechnik, insbesondere hinsichtlich ihrer Veränderungen, Haltbarkeit und ihres ursprünglichen Erscheinungsbildes.

Restauratorin: Mag.a Ines Gollner

Möbelobjekte aus der Kaiservilla in Bad Ischl, Oberösterreich

Derzeit werden in der Abteilung Konservierung – Restaurierung des Bundesdenkmalamtes mehrere historische Möbelstücke aus der Kaiservilla in Bad Ischl konservatorisch untersucht und restauratorisch vorbereitet. Die Arbeiten betreffen bedeutende Objekte aus dem unmittelbaren Nutzungsumfeld der kaiserlichen Familie.

Thonet-Sessel Kaiser Franz Josephs I.

Zwei Thonet-Sessel (Modell Nr. 59) aus dem Schreibzimmer Kaiser Franz Josephs I. – einer als persönlicher Schreibtischsessel, der zweite als Ersatzstück – weisen deutliche Schäden am Wiener Geflecht auf: insbesondere die Sitzflächen sind stark durchbrochen. Unter maximalem Substanzerhalt wird das originale Geflecht bewahrt, und die Fehlstellen werden mit neuem Geflechtmaterial ergänzt.

Die ursprüngliche Schellackoberfläche ist nur noch fragmentarisch vorhanden; stattdessen dominiert ein später aufgebrachter Natur- bzw. Kunstharzfirnis, der unter UV weißlich-bläulich fluoresziert und sowohl krakeliert als auch deutlich reduziert ist. An der Unterseite des Zargenbereichs, in der Nut zur Befestigung des Geflechts, besteht an beiden Sesseln Schimmelbefall.

Geplant sind die schonende Reinigung, die Schimmelentfernung sowie die konservatorische Überarbeitung der Oberflächen.

Beistelltisch in Boulle-Technik (Napoleon III.)

Ein Beistelltisch aus der Zeit Napoleon III., laut mündlicher Überlieferung ein Geschenk Napoleon III. an Kaiserin Elisabeth, zeigt eine stark verworfene Tischplatte. Durch das Schrumpfen und Verwerfen der Platte liegen die an der Stirnfläche befestigten, umlaufenden Bronzeapplikationen nicht mehr bündig an.

In der Boulle-Marketerie befindet sich ein Bereich, in dem sich die Messingeinlage abgelöst und hochgestellt hat, möglicherweise durch Besucherkontakt verbogen bzw. herausgezogen; zudem fehlt ein umlaufender Messingring vollständig.

Geplant sind die Trockenreinigung, das Wiederanbringen und Ergänzen der fehlenden Messingeinlagen sowie die Stabilisierung und Sicherung der Bronzeapplikationen.

Etagère im Stil Napoleon III.

Die Etagère besteht aus schwarzpoliertem Holz (Ebenholzimitat) mit vergoldeten Bronzeapplikationen und floral gestalteten Marketerieflächen. Drei geschwungen konturierte Ablagen werden von mehrfach geschweiften Beinen getragen, die im oberen Bereich mit figuralen Bronzebüsten verziert und in vergoldeten Sabots (metallenen Fußabschlüssen zum Schutz der Möbelbeine) enden. Die oberste Ablage bildet den Deckel eines nach hinten aufklappbaren Fachs und ist von einer durchbrochen gearbeiteten Bronzegalerie eingefasst.

Durch Schwund und Verformung des Holzes hat sich – ähnlich wie beim Beistelltisch – die an der oberen Fachkante befestigte Bronzegalerie teilweise gelöst. Aufgrund der filigranen Bauweise ist die Konstruktion insgesamt relativ instabil; am unteren Fachboden wurden bereits nachträglich Schrauben eingesetzt.
Ein Sabot fehlt, mehrere Bronzen sind gelockert, und an der Rückseite der oberen Ablage bestehen Furnierfehlstellen. Die floralen Marketerien sind deutlich verblasst; die schwarzpolierte Oberfläche weist stumpfe, wasserfleckige und lokal kreppierte Bereiche auf.

Geplant sind die konstruktive Stabilisierung, Furnierergänzungen im Ebenholzimitat, das Festigen der Bronzegalerie und Applikationen, die Ergänzung des fehlenden Sabots sowie die Aufarbeitung der geschwächten und stumpfen Oberflächenzonen.

Alle Arbeiten erfolgen im Zuge einer konservierungswissenschaftlichen Befunderhebung und orientieren sich an den Grundsätzen der Minimalintervention, Substanzerhaltung, Materialverträglichkeit und Reversibilität.
Ziel ist die langfristige Bewahrung der historischen Innenausstattung der Kaiservilla und ihrer kulturhistorisch bedeutsamen Möbelbestände.

Restauratorin: Ing.in Mag.a Kerstin Fischbacher, BSc

Zwei Pietás – Sammlung Schaudepot Mittelalter und Renaissance, Prunkstall Unteres Belvedere, Wien

2025 wurden zwei Pietás aus der Sammlung des Belvedere in die Werkstätten der Abteilung für Konservierung und Restaurierung übernommen. Beide sind einem steirischen Bildhauer zugeordnet, aus feinkörnigem Kalksandstein gefertigt und polychrom gefasst. Anlass für die Untersuchung waren aktive Schädigungsprozesse an einer der beiden Figuren, ausgelöst durch eine Schadsalzbelastung.

Im Rahmen der derzeit stattfindenden Befunderhebung sollen Bestand und Zustand erfasst sowie ein Maßnahmenkonzept zur Konservierung erarbeitet werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Bestandsicherung und der Reduzierung bzw. Ausschaltung aktiver Schädigungsprozesse sowie auf der Untersuchung und Dokumentation des Fassungsbestandes zur Erweiterung der technologischen Grundlagenkenntnisse.

Restauratorinnen: Mag.a Anna Meneder, Mag.a Anna Maria Rockenschaub

Neun barocke Fassadenfiguren der Kalvarienbergkirche Bad Ischl, Oberösterreich

Die Terrakottafiguren der Kalvarienbergkirche Bad Ischl wurden bereits vor 2025 aufgrund ihres teils fragilen und verlustgefährdeten Zustands von der Fassade abgenommen und zwischengelagert. Nach einem gemeinsamen Lokalaugenschein der Pfarre, des Landeskonservatorats für Oberösterreich und der Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes im Frühjahr 2025 wurden die Figuren im August 2025 nach Wien überstellt. Dort werden die in Österreich seltenen und bislang wenig erforschten Skulpturen im Rahmen eines Forschungsprojekts untersucht.

Im Zuge der laufenden Befunderhebung werden die neun nahezu lebensgroßen Skulpturen hinsichtlich Herstellungstechnik, Fassungsphasen und Provenienz sowie ihres Erhaltungszustands und der vorhandenen Schäden analysiert und bewertet. Frühere Fehlstellen wurden teilweise durch hölzerne, bildhauerische Ergänzungen ersetzt. Mehrere polychrome Fassungsphasen lassen sich anhand vorhandener Farbreste nachweisen und werden ebenfalls näher untersucht.

Durch visuelle Untersuchungen, Archivrecherchen und naturwissenschaftliche Analysen sollen Herstellungsprozess, ursprüngliches Erscheinungsbild und spätere Veränderungen rekonstruiert werden. Zustand, Schäden und deren Ursachen werden dokumentiert, um darauf aufbauend ein Restaurierziel sowie geeignete Maßnahmen zur Konservierung und Restaurierung zu definieren.

Im Rahmen der Arbeiten entstehen Fotografien und Kartierungen, es werden Proben entnommen und Testflächen angelegt. Ziel ist es, alle relevanten Erkenntnisse systematisch auszuwerten und gemeinsam mit den Projektverantwortlichen konkrete Maßnahmen – etwa eine Musterrestaurierung – vorzubereiten.

Ausführung: Mag.a Katharina Breunhölder

Befundung und Restaurierung einer Abnahme hochmittelalterlicher Wandmalerei aus der Burgruine Petersberg in Friesach, Kärnten

Im Rahmen des Forschungsplanes 2026 der Abteilung für Konservierung und Restaurierung – Fachbereich Wandmalerei wird derzeit zu „Umgang mit Abnahmen der 1950er bis 1970er-Jahre, die - gealtert - konservatorische Eingriffe erfordern“ ein Distacco aus dem Stadtmuseum Friesach am Petersberg untersucht und bearbeitet.

Die vor 100 Jahren aufgedeckte und 1967 durch Restaurator John Anders mittels Textilkaschierung abgezogene sowie auf künstlichem Träger applizierte figürliche Wandmalerei der Zeit um 1140, den Heiligen Bischof Romanus in Frontalansicht darstellend und aus der Altarkonche der Gebhardskapelle stammend, zeigt rund 60 Jahre nach besagtem Eingriff für translozierte Wandmalereien charakteristische Schadensbilder. Diese stehen vor allem mit der Alterung der im Zuge der Abnahme und Neuapplikation auf einer gerundeten Trägerplatte in den Jahren von 1967 bis 1970 verwendeten Materialien im Zusammenhang. So kommt es etwa zu einzelnen verhärteten Schollenbildungen, die im Verlustfall helle Fehlstellen zurücklassen können. Zudem ist nach der langen Standzeit eine Oberflächenreinigung angezeigt. Weitere potentielle Erhaltungsprobleme sollen in der Intervention eruiert und nach Möglichkeit behoben werden. Zudem zielt die Gesamtrestaurierung auf einzelne Verbesserungen der Präsentation ab, um so einer der prominentesten Abnahmen österreichischer Wandmalerei langfristig gerecht zu werden.

Ausführung: N.N.

Befunderhebung und Konservierung des Stadt- oder Dreiplagenbilds, Waidhofen an der Ybbs, Niederösterreich

Das Stadt- oder Dreiplagenbild befindet sich im 5-Elemente-Museum im Rothschildschloss in Waidhofen an der Ybbs. Während der obere Bildbereich ein biblisches Motiv interpretiert, zeigen die darunterliegenden Zonen neben Schwärmen von Heuschrecken und Bergfinken auch historische Szenen aus dem September 1532. In diesem Zeitraum wurden vor Waidhofen lagernde osmanische Reitertruppen von den Einwohnern der Stadt vertrieben. Das Gemälde entstand vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts und stellt damit die älteste bekannte topographische Darstellung der Stadt Waidhofen dar.

Der oder die ausführenden Künstler sind nicht namentlich überliefert. Es handelt sich um ein aus mehreren Holzbrettern zusammengesetztes Tafelgemälde. Im Laufe der Zeit haben sich Leimverbindungen gelöst, wodurch die Tafel heute als äußerst fragil einzustufen ist. Auf der Vorderseite zeigen sich insbesondere entlang der geöffneten Fugen deutliche Haftungsverluste der Malschicht.

Ziel des Projekts ist die umfassende Schadensanalyse sowie die Bewertung des aktuellen Erhaltungszustands. Darauf aufbauend soll ein Restaurierungs- und Klimatisierungskonzept erarbeitet und ausgeführt werden, das sowohl konservatorische Maßnahmen als auch geeignete Bedingungen für die zukünftige Präsentation und Lagerung berücksichtigt und die Tafel langfristig stabilisiert.

Befunderhebung: N. N.
Ausführung: N. N.