IN RESTAURO
Derzeit werden in der Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes folgende Objekte konserviert und restauriert:
Riesentor vom Wiener Stephansdom
Rund 30 Jahre nach seiner umfassenden Restaurierung von 1995 bis 1997 wird das Riesentor des Wiener Stephansdoms erneut konservierungswissenschaftlich untersucht. Ziel ist es, den Zustand des romanischen Portals und die Wirksamkeit der damaligen Maßnahmen zu bewerten und Grundlagen für seinen langfristigen Erhalt zu schaffen.
Bei der damaligen Restaurierung wurden schädigende Gipskrusten reduziert, geschädigtes Gesteinsgefüge und Fassungsreste gefestigt und gefährdete Bereiche vor Feuchtigkeit geschützt. Zudem konnten bedeutende Reste der ursprünglichen mittelalterlichen Farbfassung nachgewiesen und dokumentiert werden.
2025 erfolgte eine umfassende Evaluierung der vor rund 30 Jahren eingesetzten Materialien und Methoden. Die Untersuchungen werden 2026 fortgesetzt und durch Musterflächen sowie erste konservatorische Maßnahmen ergänzt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Feuchte- und Salzbelastung im Sockelbereich. Durch eine neu geschaffene Verdunstungszone unterhalb des Sockels soll der Feuchtigkeitseintrag in das poröse Gestein reduziert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft das stark witterungsexponierte ornamentale Gesims der Portalfassade. Zum langfristigen Schutz der historischen Steinoberflächen ist hier eine Abdeckung vorgesehen.
Die laufenden Untersuchungen und Maßnahmen bilden die Grundlage für ein wissenschaftlich fundiertes Konzept zur langfristigen Erhaltung des Riesentors. Die Arbeiten werden von der Dombauhütte beauftragt und ausgeführt sowie von der Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes fachlich und wissenschaftlich begleitet und betreut.
Monitoring gotischer Altäre in der Steiermark
Gotische Altäre prägen bis heute die Ausstattung zahlreicher Kirchen in Österreich und stellen aufgrund ihrer komplexen Materialität, ihrer vielfältigen Erhaltungsgeschichte und ihrer besonderen kunsthistorischen Bedeutung eine wesentliche Aufgabe der Denkmalpflege dar.
Mit dem Projekt „Monitoring gotischer Altäre in der Steiermark“ wird das bereits in Kärnten erfolgreich durchgeführte Monitoring-Programm für gotische Altäre fortgeführt und auf den steirischen Bestand erweitert. Ziel ist es, den Erhaltungszustand ausgewählter gotischer Altäre und Altarteile systematisch zu erfassen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und notwendige konservatorische Maßnahmen gezielt planen zu können.
Im Rahmen des Projekts werden die Objekte vor Ort untersucht, dokumentiert und hinsichtlich ihres aktuellen Zustandes bewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Betreuung und langfristige Erhaltung der wertvollen Ausstattungsstücke.
Das Projekt wird als Gemeinschaftsprojekt des Bundesdenkmalamtes und der Diözese Graz-Seckau durchgeführt. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Denkmalpflege und kirchlicher Kunstverwaltung soll eine langfristige Strategie zur Erhaltung des bedeutenden Bestandes gotischer Altäre in der Steiermark entwickelt werden.
Ausführende: Mag.a Kerstin Stark, Mag.a Ulrike Palm
Heiliger Georg vom Wiener Stephansdom – Konservierung und Restaurierung
Von Juli bis November 2026 wird in der Steinhalle der Abteilung für Konservierung und Restaurierung eine mittelalterliche Steinskulptur des hl. Georg vom Wiener Stephansdom konservatorisch und restauratorisch behandelt.
Die ehemalige Fassadenfigur befindet sich aufgrund ihrer bereits früh erfolgten Verbringung in den Innenraum in einem vergleichsweise guten Erhaltungszustand. Die bildhauerisch ausgearbeiteten Details sind in hohem Maß erhalten. Das heutige Erscheinungsbild wird jedoch durch eine ausgeprägte Fleckigkeit beeinträchtigt.
Diese steht in Zusammenhang mit früheren Ölbehandlungen. Öl wurde sowohl im Zusammenhang mit historischen Fassungen als auch bei späteren konservatorischen Behandlungen aufgebracht. Begleitende Untersuchungen sollen dazu beitragen, Bestand und Zustand der Skulptur näher zu charakterisieren und die Wirksamkeit sowie Nachhaltigkeit der vorgesehenen Maßnahmen zu beurteilen.
Die konservatorischen und restauratorischen Arbeiten erfolgen im Auftrag der Dombauhütte und unter wissenschaftlicher und fachlicher Betreuung der Abteilung für Konservierung und Restaurierung.
Auftraggeber: Dombau Wien
Ausführung: Mag.a Anna Maria Tupy, Mag.a Susanne Leiner
Monumentalfries „Die vorzüglichsten idealen und volkswirtschaftlichen Aufgaben des Parlaments“ von Eduard Lebiedzki, 1911, Parlament, Wien
Eduard Lebiedzki schuf zwischen 1907 und 1911 ein monumentales Fries mit dem Titel „Die vorzüglichsten idealen und volkswirtschaftlichen Aufgaben des Parlaments“. Das Werk - eine Ölmalerei auf Leinwand - zog sich über die gesamte Länge der Säulenhalle und wurde als Marouflage, also vollflächig verklebte Leinwand, auf die Wand aufgebracht.
Im Zweiten Weltkrieg traf eine Bombe das Parlament, wodurch das Fries schwer beschädigt wurde. Die Gemälde mussten abgenommen werden; ein Großteil der Fragmente blieb jedoch erhalten und wurde eingelagert. 1993 konnte ein Teil dieser Fragmente restauriert und wieder in der Säulenhalle installiert werden.
Die übrigen Fragmente werden derzeit im Rahmen eines Konservierungsprojekts gesichert. Gleichzeitig entsteht ein Lagerungskonzept, das auch die Möglichkeit vorsieht, diese Teile künftig einzeln auszustellen aber auch eine Wiederanbringung in der Säulenhalle nicht ausschließt. Die Westwand der Halle war vor dem Aufbringen des Frieses mit einem Fresko gestaltet. Bei der Abnahme des Frieses wurden sowohl der Putz als auch die ursprüngliche Wandmalerei entfernt. Sollten sich geeignete Bedingungen finden, sollen auch die verbliebenen Reste dieser Wandmalerei abgenommen und gesichert werden.
Befunderhebung: Univ.-Ass.in Mag.a Agnes Szökrön-Michl
Ausführung: N.N.
Tor des romanischen Karners in Tulln, Niederösterreich
Das historisch bedeutsame, eisenbeschlagene Holztor des romanischen Karners in Tulln wurde im Februar 2025 in die Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes überführt. Aufgrund seines bereichsweise bestandsgefährdeten Zustands wurde es im Rahmen einer interdisziplinären konservierungswissenschaftlichen Befunderhebung eingehend untersucht.
Die Einbindung des Bundesdenkmalamtes in den Erhalt des Tullner Karners reicht weit zurück. Auch die 1974 gegründete Bürgerinitiative „Rettet den Karner“ setzt sich seit Jahrzehnten für Erhalt, Erforschung und Vermittlung des Baudenkmals ein und arbeitet dabei eng mit dem Landeskonservatorat für Niederösterreich und der Abteilung für Konservierung und Restaurierung zusammen.
Im Mittelpunkt der Befunderhebung standen Bestand und Zustand des Tores sowie Fragen zu Herkunft, Herstellung und Alter. Darüber hinaus wurden vorhandene Schäden, aktive Schädigungsfaktoren und daraus resultierende Gefährdungen untersucht. Fachexpertise aus der Holz- und Metallkonservierung wurde dabei durch naturwissenschaftliche Untersuchungen ergänzt.
Die Befunderhebung ist abgeschlossen. Im Sommer 2026 werden als nächster Schritt Musterflächen zur Reinigung, zur Abnahme des rezenten Kunstharzanstrichs sowie zu weiteren konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen angelegt. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Festlegung des Weiteren Maßnahmenkonzepts.
Befunderhebung: Mag.a Katharina Mendl und Ing.in Mag.a Kerstin Fischbacher, BSc
Prozessionsfahne aus Leutasch, Tirol
Die Prozessionsfahne aus der Pfarrkirche Heilige Magdalena in Leutasch Tirol wird auf 1926 datiert und ist bis heute in Gebrauch bei Prozessionen. Wer die Fahne hergestellt hat, ist nicht bekannt. Auf dem beidseitig bemalten Fahnengemälde ist auf einer Seite Maria mit dem Jesuskind und dem Heiligen Dominikus und auf der anderen Seite der Heilige Antonius und der Heilige Petrus dargestellt. Das Fahnengemälde wird durch die Verwendung besonders beansprucht und hat mehrere Fehlstellen in der Malschicht, Deformationen und Risse im Leinwandgewebe. Der 37 Zentimeter lange horizontal verlaufende Riss im Fahnengemälde stellt den größten Schaden dar. In der Vergangenheit wurden schon mehrere Ausbesserungsarbeiten durchgeführt, die jedoch keine längerfristige Lösung darstellen. Die besondere Herausforderung an der Restaurierung dieses Objektes liegt darin, die weitere Verwendung bei Prozessionen zu ermöglichen.
Im Zuge des Forschungsprojektes „Gelebtes Denkmal“ wird ein Konzept für die Konservierung und Restaurierung erstellt, das die Prozessionsfahne nachhaltig sichert und nach einer Evaluierung eine Basis für weitere Restaurierungen darstellen soll.
Restauratorin: Mag.a Hannah Pichler
Mozartvorhang von Alexander Demetrius Goltz, 1893, Salzburg
Der Mozartvorhang wurde 1893 von Alexander Demetrius Goltz geschaffen und als Theatervorhang konzipiert. Das Werk misst 6 mal 10 Meter und ist bereits seit längerer Zeit nicht in Verwendung. Inzwischen weist das Werk mehrere Schäden wie Risse und Löcher, Wasserschäden, abgeriebene Stellen und Falten auf, an denen sich die Malschicht löst sowie offene Nähte an den seitlichen Ansetzungen. Es sind mehrere Restaurierungen zu verzeichnen, von denen die letzte vermutlich 1939 von Lukas Suppin durchgeführt wurde. Das Werk weist einen schlechten Erhaltungszustand auf und bedarf dringend konservatorischer Maßnahmen.
Im Zuge einer umfassenden Befundung werden die Herstellungstechnik, die frühere Montage des Werkes, sowie die vorangegangenen Eingriffe ermittelt. Anschließend wird ein Konzept für die Konservierung und Restaurierung entwickelt, um das Werk wieder in einem gesicherten Zustand präsentieren zu können. In diesem Projekt wird zur Erhaltung großformatiger Textilien geforscht.
Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes 2024 sind folgende Schwerpunkte betroffen:
- Erstellung von Grundlagen zur langfristigen Evaluierung der Erhaltungs-, Instandsetzungs- und Restaurierungsmaßnahmen an Denkmalen.
Restauratorinnen: Mag.a Valerie Thausing-Aichberger, Julia Sawitzki MA
Erzengel Gabriel (Metallskulptur, gefasst) Sankt Johann bei Herberstein, 8222 Feistritztal, Steiermark
Die 1890/91 vom Mönch und Bildhauer Peter (Desiderius) Lenz geschaffene Metallskulptur des Erzengels Gabriel wurde für die Klosterkirche St. Gabriel in Prag angefertigt und dort als Patroziniumsfigur auf dem Dach der südseitigen Vorhalle aufgestellt.
1918 gelangte die für die Schwestern bedeutende Skulptur im Zuge der Übersiedlung der Benediktinerinnen von der hl. Lioba nach Österreich und wurde vor Schloss Bertholdstein aufgestellt. Mit der erneuten Übersiedlung des Klosters im Jahr 2009 kam auch der Erzengel an den neuen Standort in St. Johann bei Herberstein.
Eine 2024 abgeschlossene Befunderhebung konnte eine entstehungszeitliche Bronzierung in Ölbindung mit (blatt-)vergoldeten Attributen nachweisen. Auf dieser Grundlage wurden bestandssichernde Maßnahmen durchgeführt, Fehlstellen ergänzt und die ursprüngliche Fassung rekonstruiert.
Die Konservierung und Restaurierung ist abgeschlossen. Sobald der neue Aufstellungsort im Innenraum entsprechend vorbereitet ist, wird die Skulptur nach St. Johann bei Herberstein zurückgebracht.
Die im Rahmen des Projekts gewonnenen Erkenntnisse tragen zugleich zur Erforschung dieser heute nicht mehr gebräuchlichen Fassungstechnik bei. Von besonderem Interesse sind ihre Alterungsprozesse und Haltbarkeit sowie die Rekonstruktion ihres ursprünglichen Erscheinungsbildes.
Befunderhebung: Mag.a Waltraud Schartmüller
Restauratorin: Mag.a Ines Gollner
Möbelobjekte aus der Kaiservilla in Bad Ischl, Oberösterreich
Derzeit werden in der Abteilung Konservierung – Restaurierung des Bundesdenkmalamtes mehrere historische Möbelstücke aus der Kaiservilla in Bad Ischl konservatorisch untersucht und restauratorisch vorbereitet. Die Arbeiten betreffen bedeutende Objekte aus dem unmittelbaren Nutzungsumfeld der kaiserlichen Familie.
Thonet-Sessel Kaiser Franz Josephs I.
Zwei Thonet-Sessel (Modell Nr. 59) aus dem Schreibzimmer Kaiser Franz Josephs I. – einer als persönlicher Schreibtischsessel, der zweite als Ersatzstück – weisen deutliche Schäden am Wiener Geflecht auf: insbesondere die Sitzflächen sind stark durchbrochen. Unter maximalem Substanzerhalt wird das originale Geflecht bewahrt, und die Fehlstellen werden mit neuem Geflechtmaterial ergänzt.
Die ursprüngliche Schellackoberfläche ist nur noch fragmentarisch vorhanden; stattdessen dominiert ein später aufgebrachter Natur- bzw. Kunstharzfirnis, der unter UV weißlich-bläulich fluoresziert und sowohl krakeliert als auch deutlich reduziert ist. An der Unterseite des Zargenbereichs, in der Nut zur Befestigung des Geflechts, besteht an beiden Sesseln Schimmelbefall.
Geplant sind die schonende Reinigung, die Schimmelentfernung sowie die konservatorische Überarbeitung der Oberflächen.
Beistelltisch in Boulle-Technik (Napoleon III.)
Ein Beistelltisch aus der Zeit Napoleon III., laut mündlicher Überlieferung ein Geschenk Napoleon III. an Kaiserin Elisabeth, zeigt eine stark verworfene Tischplatte. Durch das Schrumpfen und Verwerfen der Platte liegen die an der Stirnfläche befestigten, umlaufenden Bronzeapplikationen nicht mehr bündig an.
In der Boulle-Marketerie befindet sich ein Bereich, in dem sich die Messingeinlage abgelöst und hochgestellt hat, möglicherweise durch Besucherkontakt verbogen bzw. herausgezogen; zudem fehlt ein umlaufender Messingring vollständig.
Geplant sind die Trockenreinigung, das Wiederanbringen und Ergänzen der fehlenden Messingeinlagen sowie die Stabilisierung und Sicherung der Bronzeapplikationen.
Etagère im Stil Napoleon III.
Die Etagère besteht aus schwarzpoliertem Holz (Ebenholzimitat) mit vergoldeten Bronzeapplikationen und floral gestalteten Marketerieflächen. Drei geschwungen konturierte Ablagen werden von mehrfach geschweiften Beinen getragen, die im oberen Bereich mit figuralen Bronzebüsten verziert und in vergoldeten Sabots (metallenen Fußabschlüssen zum Schutz der Möbelbeine) enden. Die oberste Ablage bildet den Deckel eines nach hinten aufklappbaren Fachs und ist von einer durchbrochen gearbeiteten Bronzegalerie eingefasst.
Durch Schwund und Verformung des Holzes hat sich – ähnlich wie beim Beistelltisch – die an der oberen Fachkante befestigte Bronzegalerie teilweise gelöst. Aufgrund der filigranen Bauweise ist die Konstruktion insgesamt relativ instabil; am unteren Fachboden wurden bereits nachträglich Schrauben eingesetzt.
Ein Sabot fehlt, mehrere Bronzen sind gelockert, und an der Rückseite der oberen Ablage bestehen Furnierfehlstellen. Die floralen Marketerien sind deutlich verblasst; die schwarzpolierte Oberfläche weist stumpfe, wasserfleckige und lokal kreppierte Bereiche auf.
Geplant sind die konstruktive Stabilisierung, Furnierergänzungen im Ebenholzimitat, das Festigen der Bronzegalerie und Applikationen, die Ergänzung des fehlenden Sabots sowie die Aufarbeitung der geschwächten und stumpfen Oberflächenzonen.
Alle Arbeiten erfolgen im Zuge einer konservierungswissenschaftlichen Befunderhebung und orientieren sich an den Grundsätzen der Minimalintervention, Substanzerhaltung, Materialverträglichkeit und Reversibilität.
Ziel ist die langfristige Bewahrung der historischen Innenausstattung der Kaiservilla und ihrer kulturhistorisch bedeutsamen Möbelbestände.
Restauratorin: Ing.in Mag.a Kerstin Fischbacher, BSc
Zwei Pietás – Sammlung Schaudepot Mittelalter und Renaissance, Prunkstall Unteres Belvedere, Wien
2025 wurden zwei Pietás aus dem Schaudepot Mittelalter und Renaissance im Prunkstall des Unteren Belvedere in die Werkstätten der Abteilung für Konservierung und Restaurierung übernommen. Beide Skulpturen sind einem steirischen Bildhauer zugeordnet, aus feinkörnigem Kalksandstein gefertigt und polychrom gefasst.
Anlass für die Untersuchung waren aktive Schädigungsprozesse an einer der beiden Figuren, die durch eine Schadsalzbelastung verursacht werden. Im Rahmen der Befunderhebung wurden Bestand und Zustand beider Skulpturen umfassend dokumentiert und bewertet.
Ein Schwerpunkt lag auf der Untersuchung der aktiven Schädigungsprozesse und den Möglichkeiten zu deren Reduzierung beziehungsweise Eindämmung. Zugleich wurde der erhaltene Fassungsbestand untersucht und dokumentiert. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse erweitern die Grundlagen zum technologischen Aufbau und zur Erhaltungsgeschichte der beiden Skulpturen.
Die Befunderhebung ist abgeschlossen. Auf Grundlage der Ergebnisse werden im Sommer 2026 die weiteren konservatorischen und restauratorischen Schritte gemeinsam abgestimmt.
Restauratorinnen: Mag.a Anna Meneder, Mag.a Anna Maria Rockenschaub
Neun barocke Fassadenfiguren der Kalvarienbergkirche Bad Ischl, Oberösterreich
Neun nahezu lebensgroße Terrakottafiguren der Kalvarienbergkirche Bad Ischl wurden aufgrund ihres teilweise fragilen und verlustgefährdeten Zustands von der Fassade abgenommen und zwischengelagert. Nach einem gemeinsamen Lokalaugenschein der Pfarre, des Landeskonservatorats für Oberösterreich und der Abteilung für Konservierung und Restaurierung im Frühjahr 2025 wurden die Figuren im August 2025 nach Wien überführt.
Die in Österreich seltenen und bislang wenig erforschten Terrakottaskulpturen wurden im Rahmen eines Forschungsprojekts hinsichtlich ihrer Herstellungstechnik, Fassungsphasen und Provenienz sowie ihres Erhaltungszustands untersucht. Frühere Fehlstellen waren teilweise durch bildhauerisch ausgeführte Ergänzungen aus Holz ersetzt worden. Anhand erhaltener Farbreste konnten zudem mehrere polychrome Fassungsphasen nachgewiesen werden.
Visuelle Untersuchungen, Archivrecherchen und naturwissenschaftliche Analysen lieferten Erkenntnisse zum Herstellungsprozess, zum ursprünglichen Erscheinungsbild und zu späteren Veränderungen. Zustand, Schäden und mögliche Schadensursachen wurden systematisch dokumentiert. Ergänzend entstanden Fotografien und Kartierungen, Proben wurden entnommen und Testflächen angelegt.
Die Befunderhebung wurde im Juli 2026 abgeschlossen. Als nächster Schritt werden Musterrestaurierungen an zwei ausgewählten Skulpturen geplant. Sie sollen dazu dienen, geeignete konservatorische und restauratorische Maßnahmen zu erproben und ein abgestimmtes Restaurierziel für den gesamten Figurenbestand zu entwickeln.
Ausführung: Mag.a Katharina Breunhölder
Befundung und Restaurierung einer Abnahme hochmittelalterlicher Wandmalerei aus der Burgruine Petersberg in Friesach, Kärnten
Die Arbeiten am Heiligen Bischof Romanus sind abgeschlossen und die Auslieferung nach Abschluss der 1. Etappe der Restaurierungsarbeiten in der Rupertikapelle am Petersberg in Friesach erfolgen.
Ausführung: Mag.a Lea Huck
Befunderhebung und Konservierung des Stadt- oder Dreiplagenbilds, Waidhofen an der Ybbs, Niederösterreich
Das Stadt- oder Dreiplagenbild befindet sich im 5-Elemente-Museum im Rothschildschloss in Waidhofen an der Ybbs. Während der obere Bildbereich ein biblisches Motiv interpretiert, zeigen die darunterliegenden Zonen neben Schwärmen von Heuschrecken und Bergfinken auch historische Szenen aus dem September 1532. In diesem Zeitraum wurden vor Waidhofen lagernde osmanische Reitertruppen von den Einwohnern der Stadt vertrieben. Das Gemälde entstand vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts und stellt damit die älteste bekannte topographische Darstellung der Stadt Waidhofen dar.
Der oder die ausführenden Künstler sind nicht namentlich überliefert. Es handelt sich um ein aus mehreren Holzbrettern zusammengesetztes Tafelgemälde. Im Laufe der Zeit haben sich Leimverbindungen gelöst, wodurch die Tafel heute als äußerst fragil einzustufen ist. Auf der Vorderseite zeigen sich insbesondere entlang der geöffneten Fugen deutliche Haftungsverluste der Malschicht.
Ziel des Projekts ist die umfassende Schadensanalyse sowie die Bewertung des aktuellen Erhaltungszustands. Darauf aufbauend soll ein Restaurierungs- und Klimatisierungskonzept erarbeitet und ausgeführt werden, das sowohl konservatorische Maßnahmen als auch geeignete Bedingungen für die zukünftige Präsentation und Lagerung berücksichtigt und die Tafel langfristig stabilisiert.
Befunderhebung: N. N.
Ausführung: N. N.