IN RESTAURO

Derzeit werden in der Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes folgende Objekte konserviert und restauriert:

Eduard Lebiedzki schuf zwischen 1907 und 1911 einen monumentalen Fries mit dem Titel „Die vorzüglichsten idealen und volkswirtschaftlichen Aufgaben des Parlaments“. Das Werk - eine Ölmalerei auf Leinwand - zog sich über die gesamte Länge der Säulenhalle und wurde als Marouflage direkt auf die Wand aufgebracht. Im Zweiten Weltkrieg traf eine Bombe das Parlament, wodurch der Fries schwer beschädigt wurde. Die Gemälde mussten abgenommen werden; ein Großteil der Fragmente blieb jedoch erhalten und wurde eingelagert. 1993 konnte ein Teil dieser Fragmente restauriert und seither wieder in der Säulenhalle gezeigt werden.

Die übrigen Fragmente sollen nun im Rahmen eines Konservierungsprojektes gesichert werden. Gleichzeitig soll ein Konzept entstehen, das die Möglichkeit vorsieht, die Fragmente adäquat zu lagern und sie gegebenenfalls einzeln auszustellen, aber auch eine Wiederanbringung in der Säulenhalle ist nicht ausgeschlossen.
Die Westwand der Halle war vor dem Aufbringen des Frieses mit einem Fresko gestaltet. Bei der Abnahme des Frieses wurden sowohl der Putz als auch die ursprüngliche Wandmalerei strappiert. Sollten sich geeignete Bedingungen finden, könnten auch die verbliebenen Reste dieser Wandmalerei-Fragmente abgenommen und gesichert werden.

Die Befunderhebung ist nunmehr abgeschlossen. Auf Grundlage der Ergebnisse werden die weiteren konservatorischen und restauratorischen Schritte gemeinsam abgestimmt.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege (Materialien / Technologien / Methoden).

Befunderhebung: Univ.-Ass.in Mag.a Agnes Szökrön-Michl
Konservierung/Restaurierung: N.N.

Auftraggeber:in: Parlament Wien

 

 

Drei Fensterläden aus dem ehemaligen Winterpalais des Prinzen Eugen in der Wiener Himmelpfortgasse werden derzeit in den Werkstätten der Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes untersucht, konserviert und restauriert. Die um 1702 entstandenen Fensterläden sind mit qualitätvollen Grotesken von Jonas Drentwett versehen und zählen zur ehemaligen Ausstattung des Palais.

Im Rahmen der Befunderhebung werden Bestand, Zustand, Fassungsaufbau und Überarbeitungsgeschichte der Fensterläden untersucht und dokumentiert. Zwei Fensterläden sind weiß gefasst, einer ist vergoldet. Während die Groteskenmalerei von Drentwett ohne wesentliche Überarbeitungen erhalten ist, wurden insbesondere die weißen Fassungen der Rahmenbereiche mehrfach überarbeitet. Der vergoldete Fensterladen weist einen stark gealterten Überzug auf. Die unterschiedlichen Überarbeitungs- und Gebrauchsspuren geben Einblick in die Nutzungsgeschichte der ursprünglich als funktionale Bauteile konzipierten Objekte.

Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Frage, wie mit den unterschiedlichen Erhaltungs- und Überarbeitungszuständen bei der zukünftigen Präsentation umgegangen werden kann. Die Fensterläden sollen wieder an ihrem ursprünglichen Ort präsentiert werden, obwohl sich der architektonische und funktionale Kontext des Gebäudes inzwischen wesentlich verändert hat. Ziel ist es, einen gemeinsamen Umgang mit den unterschiedlich erhaltenen und überarbeiteten Oberflächen zu entwickeln und dabei sowohl die historische Aussagekraft als auch die Gebrauchsgeschichte der Objekte zu berücksichtigen. Nach Abschluss der Restaurierung sollen diese zeitnahe wieder ins Palais Prinz Eugen zurückkehren.

Das Projekt wird gemeinsam von der Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes und der Burghauptmannschaft Österreich durchgeführt.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege (Materialien / Technologien / Methoden).

Konservierung/Restaurierung: Mag.a Julia Kolar

Das historisch bedeutsame, eisenbeschlagene Holztor des romanischen Karners in Tulln wurde im Februar 2025 in die Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes überführt. Aufgrund seines bereichsweise verlustgefährdeten Zustands wurde es seither im Rahmen einer interdisziplinären konservierungswissenschaftlichen Befunderhebung eingehend untersucht.

Die Einbindung des Bundesdenkmalamtes in den Erhalt des Tullner Karners reicht weit zurück. Auch die 1974 gegründete Bürgerinitiative „Rettet den Karner“ setzt sich seit Jahrzehnten für den Erhalt, die Erforschung und die Vermittlung des Baudenkmals ein und arbeitet dabei eng mit dem Landeskonservatorat für Niederösterreich und der Abteilung für Konservierung und Restaurierung zusammen.

Im Mittelpunkt der Befunderhebung standen Bestand und Zustand des Tores sowie Fragen zu Herkunft, Herstellung und Alter. Darüber hinaus wurden vorhandene Schäden, aktive Schädigungsfaktoren und daraus resultierende Gefährdungen untersucht. Fachexpertise aus der Holz- und Metallkonservierung wurde dabei durch naturwissenschaftliche Untersuchungen ergänzt.

Die Befunderhebung ist abgeschlossen. Im Sommer 2026 werden als nächster Schritt Musterflächen zur Reinigung, zur Abnahme des rezenten Kunstharzanstrichs sowie zu weiteren konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen angelegt. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Zielfindung und die Festlegung des Maßnahmenkonzepts.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt:Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege (Materialien / Technologien / Methoden).

Befunderhebung: Mag.a Katharina Mendl und Ing.in Mag.a Kerstin Fischbacher, BSc
Musterflächen: Mag.a Katharina Mendl

Aufggeber:in (Musterflächen): Verein „Tullner Bürgerinitiative Rettet den Karner“

Die 1890/91 vom Mönch und Bildhauer Peter (Desiderius) Lenz geschaffene Metallskulptur des Erzengels Gabriel wurde für die Klosterkirche St. Gabriel in Prag angefertigt und war dort als Patroziniumsfigur auf dem Dach der südseitigen Vorhalle aufgestellt.

1918 gelangte die Skulptur im Zuge der Übersiedlung der Benediktinerinnen von der hl. Lioba nach Österreich und wurde vor Schloss Bertholdstein präsentiert. Mit der erneuten Übersiedlung des Klosters im Jahr 2009 kam auch der Engel an den neuen Standort in St. Johann bei Herberstein.

Eine 2025 abgeschlossene Befunderhebung konnte eine entstehungszeitliche Bronzierung in Ölbindung mit (blatt-)vergoldeten Attributen nachweisen. Auf dieser Grundlage wurden 2026 bestandssichernde Maßnahmen durchgeführt, Fehlstellen ergänzt und die ursprüngliche Fassung in Öltechnik rekonstruiert. Die Konservierung und Restaurierung ist abgeschlossen. Zukünftig soll die Skulptur nicht mehr im Außenbereich präsentiert werden, da eine regelmäßige Wartung und Pflege seitens der Auftraggeber:innen nicht realisierbar ist. Sobald der neue Aufstellungsort im Innenraum entsprechend vorbereitet ist, wird die Skulptur an seine Eigentümer:innen nach St. Johann bei Herberstein zurückgebracht.

Die im Rahmen des Projekts gewonnenen Erkenntnisse tragen zur Erforschung dieser heute nicht mehr gebräuchlichen und wenig bekannten Fassungstechnik bei. Von besonderem Interesse sind ihre Alterungsprozesse und Haltbarkeit sowie das Erscheinungsbild der historischen Anstrichtechnik. Zum umfassenden Erkenntnisgewinn wurde im Rahmen des Forschungsprojektes auch eine Musterplatte zur Außenbewitterung hergestellt, diese soll nun jährlich hinsichtlich ihrer Veränderungen untersucht und dokumentiert werden. Hierzu zählen neben fotografischen Auswertungen auch die mikroskopische Analyse der Oberflächenveränderungen unter dem 3-D Digitalmikroskop und Probeanalysen im Naturwissenschaftlichen Labor sowie Farb-, Glanz-, und Haftmessungen.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt:

Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege (Materialien / Technologien / Methoden).

Befunderhebung: Mag.aWaltraud Schartmüller
Konservierung/Restaurierung: Mag.a Ines Gollner

2025 wurden zwei Pietàs aus dem Schaudepot Mittelalter und Renaissance im Prunkstall des Unteren Belvedere in die Werkstätten der Abteilung für Konservierung und Restaurierung übernommen. Beide Skulpturen sind einem steirischen Bildhauer zugeordnet, aus feinkörnigem Kalkarenit (Kalksandstein) gefertigt und polychrom gefasst.

Anlass für die Untersuchung waren aktive Schädigungsprozesse an einer der beiden Figuren, die durch eine Schadsalzbelastung verursacht werden. Im Rahmen der Befunderhebung wurden Bestand und Zustand beider Skulpturen umfassend dokumentiert und bewertet.

Ein Schwerpunkt lag auf der Untersuchung der aktiven Schädigungsprozesse und den Möglichkeiten zu deren Reduzierung beziehungsweise Eindämmung. Zugleich wurde der erhaltene Fassungsbestand untersucht und dokumentiert. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse erweitern die kunsttechnologischen Grundlagen in der Erforschung gefasster mittelalterlicher Steinskulpturen und liefern Hinweise zur spezifischen Erhaltungsgeschichte der beiden vorliegenden Skulpturen.

Die Befunderhebung ist abgeschlossen. Auf Grundlage der Ergebnisse werden die weiteren konservatorischen und restauratorischen Schritte gemeinsam abgestimmt.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege (Materialien / Technologien / Methoden).

Befunderhebung: Mag. a Anna Meneder und Mag. a Anna Maria Rockenschaub
Konservierung/Restaurierung: N.N.

Neun nahezu lebensgroße Terrakottafiguren der Kalvarienbergkirche Bad Ischl wurden aufgrund ihres teilweise fragilen und verlustgefährdeten Zustands von der Fassade abgenommen und zwischengelagert. Nach einem gemeinsamen Lokalaugenschein der Pfarre, des Landeskonservatorats für Oberösterreich und der Abteilung für Konservierung und Restaurierung im Frühjahr 2025 wurden die Figuren im August 2025 nach Wien überführt.

Die in Österreich seltenen und bislang wenig erforschten Terrakottaskulpturen wurden im Rahmen eines Forschungsprojekts, das auch den Bestand an Plastiken des Lambacher Kalvarienbergs erfasste, hinsichtlich ihrer Herstellungstechnik, Fassungsphasen und Provenienz sowie ihres Erhaltungszustands untersucht. Frühere Fehlstellen waren teilweise durch bildhauerisch ausgeführte Ergänzungen aus Holz ersetzt worden. Anhand erhaltener Farbreste konnten zudem mehrere polychrome Fassungsphasen nachgewiesen werden.

Visuelle Untersuchungen, Archivrecherchen und naturwissenschaftliche Analysen lieferten Erkenntnisse zum Herstellungsprozess, zum ursprünglichen Erscheinungsbild und zu späteren Veränderungen. Zustand, Schäden und mögliche Schadensursachen wurden systematisch dokumentiert.

Die Befunderhebung ist abgeschlossen. Innerhalb einer Ergebnisdiskussion wurden mögliche Zielsetzungen und darauf abgestimmte Maßnahmenkonzepte gemeinsam zwischen allen Projektverantwortlichen geklärt. Darauf aufbauend sollen 2027 Musterrestaurierungen an zwei ausgewählten Skulpturen durchgeführt werden.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege (Materialien / Technologien / Methoden).

Befunderhebung: Mag.a Katharina Breunhölder, Mag.a Katharina Kolar
Konservierung/Restaurierung: N.N.

Die ehemalige Fassadenfigur befindet sich aufgrund ihrer bereits früh erfolgten Verbringung in den Innenraum in einem vergleichsweisen guten Erhaltungszustand. Die bildhauerisch ausgearbeiteten Details sind in hohem Maß erhalten. Das heutige Erscheinungsbild wird jedoch durch eine ausgeprägte Fleckigkeit beeinträchtigt.

Diese steht vermutlich in Zusammenhang mit früheren Ölbehandlungen. Öl wurde sowohl im Zusammenhang mit historischen Fassungen als auch bei späteren konservatorischen Behandlungen aufgebracht. Begleitende Untersuchungen sollen dazu beitragen, Bestand und Zustand der Skulptur näher zu charakterisieren und die Wirksamkeit sowie Nachhaltigkeit der vorgesehenen Maßnahmen zu beurteilen.

Die konservatorischen und restauratorischen Arbeiten erfolgen im Auftrag der Dombauhütte und unter wissenschaftlicher und fachlicher Betreuung der Abteilung für Konservierung und Restaurierung.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege (Materialien / Technologien / Methoden).

Konservierung/Restaurierung: Mag.a Anna Maria Tupy, Mag.a Susanne Leiner

Auftraggeber: Dombau Wien

Schwerpunkt der Befunderhebung und Restaurierungsarbeiten war der Umgang mit Abnahmen aus den 1950er- bis 1970er-Jahren, die aufgrund ihrer Alterung konservatorische Eingriffe erfordern. In diesem Zusammenhang wurde das Distacco aus dem Stadtmuseum Friesach am Petersberg untersucht und bearbeitet.

Die vor 100 Jahren aufgedeckte und 1967 durch den Restaurator John Anders mittels Textilkaschierung abgezogene sowie auf einem künstlichen Träger applizierte figürliche Wandmalerei aus der Zeit um 1130/40, die den heiligen Bischof Romanus in Frontalansicht darstellt und aus der Altarkonche der Gebhardskapelle stammt, zeigte rund 60 Jahre nach besagtem Eingriff für translozierte Wandmalereien charakteristische Schadensbilder. Diese standen vor allem mit der Alterung der im Zuge der Abnahme und Neuapplikation auf einer gerundeten Trägerplatte in den Jahren von 1967 bis 1970 verwendeten Materialien im Zusammenhang.

So wurden im Zuge der jetzigen restauratorischen Intervention verhärtete Malschichtschollen mit dem Heizspachtel niedergelegt und nachgedunkelte Überzüge feucht-chemisch entfernt. Zudem zielte die Maßnahme auf eine Verbesserung der Präsentation ab, etwa durch mechanische Überarbeitung der 1970 aufgebrachten Neutralputzpartien sowie selektive Retuschen im Bereich heller Fehlstellen.

Die Arbeiten am Heiligen Bischof Romanus wurden im Juni 2026 abgeschlossen. Die Rückführung der Tafel soll nach Abschluss der 1. Etappe der Restaurierungsarbeiten in der Rupertikapelle am Petersberg erfolgen.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege (Materialien / Technologien / Methoden).

Befunderhebung: Mag.a Lea Huck
Konservierung/Restaurierung: Mag.a Lea Huck

Die Prozessionsfahne aus der Pfarrkirche Heilige Magdalena in Leutasch, Tirol wird auf 1926 datiert und ist bis heute in Gebrauch bei Prozessionen. Wer die Fahne hergestellt hat, ist nicht bekannt. Auf dem beidseitig bemalten Fahnengemälde ist auf einer Seite Maria mit dem Jesuskind und dem Heiligen Dominikus und auf der anderen Seite der Heilige Antonius und der Heilige Petrus dargestellt. Das Fahnengemälde wird durch die Verwendung besonders beansprucht und hat mehrere Fehlstellen in der Malschicht, zudem Deformationen und Risse im Leinwandgewebe. Ein 37 Zentimeter langer, horizontal verlaufender Riss im Fahnengemälde stellt den größten Schaden dar. In der Vergangenheit wurden schon mehrere Ausbesserungsarbeiten durchgeführt, die jedoch keine längerfristige Lösung darstellten. Die besondere Herausforderung der Restaurierung dieses Objektes liegt nun darin, die weitere Verwendung bei Prozessionen zu ermöglichen. Im Zuge des Forschungsprojektes „Gelebtes Denkmal“ wurde ein Konzept für die Konservierung und Restaurierung erstellt, das die Prozessionsfahne nachhaltig sichern und nach einer Evaluierung eine Basis für weitere Restaurierungen darstellen soll.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege (Materialien / Technologien / Methoden).

Befunderhebung: Mag.a Hannah Pichler
Konservierung/Restaurierung: Univ.-Ass.in Mag.a Agnes Szökrön-Michl

Der Mozartvorhang wurde 1893 von Alexander Demetrius Goltz geschaffen und als Theatervorhang konzipiert. Das Werk misst 6 mal 10 Meter und ist bereits seit längerer Zeit nicht in Verwendung. Inzwischen weist der Vorhang diverse Schäden, wie Risse und Löcher, Wasserränder, abgeriebene Stellen und Falten, an denen sich die Malschicht löst sowie offene Nähte an den seitlichen Ansetzungen auf. Es sind mehrere Restaurierungen zu verzeichnen, von denen die letzte vermutlich 1939 von Lukas Suppin durchgeführt wurde.

Im Zuge einer umfassenden Befundung wurden die Herstellungstechnik, die frühere Montage, sowie die vorangegangenen Eingriffe ermittelt. Anschließend wurde ein Konzept für die Konservierung und Restaurierung entwickelt, um das großformatige Werk wieder in einem gesicherten Zustand präsentieren zu können. Die Umsetzung der konservatorischen dringend notwendigen Sicherungsmaßnahmen ist abgeschlossen. Weitere Maßnahmen zur Herstellung der Ausstellungsfähigkeit sind in Planung.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege (Materialien / Technologien / Methoden).

Befunderhebung: Mag.a Alexandra Puhr
Konservierung/Restaurierung: Mag.a Valerie Thausing-Aichberger, Julia Sawitzki MA

Derzeit werden in der Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes mehrere historische Möbelstücke aus der Kaiservilla in Bad Ischl untersucht und bearbeitet. Die bedeutenden Objekte stammen aus dem unmittelbaren Nutzungsumfeld der kaiserlichen Familie.

Ziel der Konservierung und Restaurierung ist die langfristige Bewahrung der kulturhistorisch bedeutsamen Möbelbestände der Kaiservilla. Zudem soll die Ausstellungsfähigkeit der stark geschädigten Objekte wiederhergestellt werden.

Thonet-Sessel Kaiser Franz Josephs I.

Zwei Thonet-Sessel (Modell Nr. 59) aus dem Schreibzimmer Kaiser Franz Josephs I. – einer als persönlicher Schreibtischsessel, der zweite als Ersatzstück genutzt – weisen deutliche Schäden am Wiener Geflecht auf: insbesondere die Sitzflächen sind stark geschädigt. Unter maximalem Substanzerhalt wird das entstehungszeitliche Geflecht bewahrt und die Fehlstellen mit neuem Material ergänzt. Die ursprüngliche Schellackoberfläche ist nur noch fragmentarisch vorhanden; stattdessen dominiert ein bereits craquelierter, sekundärer Natur- bzw. Kunstharzfirnis. An der Unterseite besteht an beiden Sesseln kleinflächiger Schimmelbefall.

Beistelltisch in Boulle-Technik (Napoleon III.)

Ein Beistelltisch aus der Zeit Napoleon III., laut mündlicher Überlieferung ein Geschenk Napoleon III. an Kaiserin Elisabeth, zeigt eine stark verworfene Tischplatte. Metalleinlagen und Applikationen lösen sich zum Teil ab oder sind bereits verloren gegangen.

Etagère im Stil Napoleon III.

Die Etagère besteht aus schwarzpoliertem Holz (Ebenholzimitat) mit vergoldeten Bronzeapplikationen und floral gestalteten Marketerieflächen. Drei geschwungen konturierte Ablagen werden von mehrfach geschweiften Beinen getragen. Die oberste Ablage bildet den Deckel eines nach hinten aufklappbaren Fachs und ist von einer durchbrochen gearbeiteten Bronzegalerie eingefasst. Aufgrund der filigranen Bauweise ist die Konstruktion insgesamt relativ instabil. Durch Schwund und Verformung des Holzes haben sich Bronzeapplikationen gelockert oder fehlen zudem sind Furnierfehlstellen vorhanden. Die floralen Marketerien sind deutlich verblasst; die schwarzpolierte Oberfläche weist stumpfe, fleckige und lokal krepierte Bereiche auf.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege (Materialien / Technologien / Methoden).

Konservierung/Restaurierung: Ing.in Mag.a Kerstin Fischbacher, BSc

Auftraggeber: Kaiservilla GmbH

Das Stadt- oder Dreiplagenbild kam aus dem 5-Elemente-Museum im Rothschildschloss in Waidhofen an der Ybbs in das Arsenal. Während der obere Bildbereich ein biblisches Motiv interpretiert, zeigen die darunterliegenden Zonen neben Schwärmen von Heuschrecken und Bergfinken auch historische Szenen aus dem September 1532. In diesem Zeitraum wurden vor Waidhofen lagernde osmanische Reitertruppen von den Einwohnern der Stadt vertrieben. Das Gemälde entstand vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts und stellt damit die älteste bekannte topographische Darstellung der Stadt Waidhofen dar. Der oder die ausführenden Künstler sind nicht namentlich überliefert.

Es handelt sich um ein aus mehreren Holzbrettern zusammengesetztes Tafelgemälde. Im Laufe der Zeit haben sich Leimverbindungen gelöst, wodurch die Tafel heute als äußerst fragil einzustufen ist. Auf der Vorderseite zeigen sich insbesondere entlang der geöffneten Fugen deutliche Haftungsverluste der Malschicht.

Ziel des Projekts ist die umfassende Schadensanalyse sowie die Bewertung des aktuellen Erhaltungszustands. Darauf aufbauend soll ein Restaurierungs- und Klimatisierungskonzept erarbeitet und umgesetzt werden, welches sowohl konservatorische Maßnahmen als auch geeignete Bedingungen für die zukünftige Präsentation und Lagerung berücksichtigt und die Tafel langfristig stabilisiert.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen für Konservierung und Restaurierung in der Denkmalpflege (Materialien / Technologien / Methoden).

Befunderhebung: Mag.a Lisa Reischer
Konservierung/Restaurierung: N. N.

WEITERE FORSCHUNGSPROJEKTE

Darüber hinaus werden von der Abteilung für Konservierung und Restaurierung folgende Außenarbeiten durchgeführt:

Gotische Altäre prägen bis heute die Ausstattung zahlreicher Kirchen in Österreich und stellen aufgrund ihrer komplexen Materialität, ihrer vielfältigen Erhaltungsgeschichte und besonderen kunsthistorischen Bedeutung eine wesentliche Aufgabe der Denkmalpflege dar.

Mit dem Projekt „Monitoring gotischer Altäre in der Steiermark“ wird das bereits in Kärnten erfolgreich durchgeführte Monitoring-Programm für gotische Altäre fortgeführt und auf den steirischen Bestand erweitert. Ziel ist es, den Erhaltungszustand ausgewählter gotischer Altäre und Altarteile systematisch zu erfassen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und notwendige konservatorische Maßnahmen gezielt planen zu können.

Im Rahmen des Projekts werden die Objekte vor Ort untersucht, dokumentiert und hinsichtlich ihres aktuellen Zustandes bewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Betreuung und langfristige Erhaltung der wertvollen Ausstattungsstücke.

Das Projekt wird als Gemeinschaftsprojekt des Bundesdenkmalamtes und der Diözese Graz-Seckau durchgeführt. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Denkmalpflege und kirchlicher Kunstverwaltung soll eine langfristige Strategie zur Erhaltung des bedeutenden Bestandes gotischer Altäre in der Steiermark entwickelt werden.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen zur langfristigen Evaluierung der Erhaltungs-, Instandsetzungs- und Restaurierungsmaßnahmen an Denkmalen.

Ausführende: Mag.a Kerstin Stark

In Österreich hat sich ein einzigartiger Bestand an historischen Fastentüchern erhalten. Die ältesten gehen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Aufgrund ihrer teils jährlichen Verwendung, sind die Objekte einer starken Belastung ausgesetzt; unsachgemäßes Handling und inadäquate Lagerbedingungen wirken sich dabei besonders negativ auf den Zustand aus.

Im Zuge der ersten Arbeitskampagnen werden die ältesten Fastentücher Kärntens (bis ins 17. Jahrhundert) nun erstmalig in ihrem Bestand und Zustand erfasst, was in der Folge als Basis für ein weiteres Monitoring dient. Die Erhebung zeigt des Weiteren die Notwendigkeit dringender konservatorischer Maßnahmen auf, wodurch gezielt Empfehlungen für die Lagerung und Handhabung gegeben werden können. Mit der präventiven Maßnahme wird in Kärnten in Zusammenarbeit mit der Diözese Gurk begonnen und in weiterer Folge auf alle Bundesländer ausgeweitet.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen zur langfristigen Evaluierung der Erhaltungs-, Instandsetzungs- und Restaurierungsmaßnahmen an Denkmalen.

Ausführende: Mag.a Anna Bernkopf-Voithofer

Rund 30 Jahre nach seiner umfassenden Konservierung und Restaurierung von 1995 bis 1997 wird das Riesentor des Wiener Stephansdoms konservierungswissenschaftlich untersucht. Ziel ist es, den Zustand des romanischen Portals und die Wirksamkeit der damaligen Maßnahmen zu bewerten und Grundlagen für seinen langfristigen Erhalt zu schaffen.

Im Zuge der 1995 angestellten Untersuchungen konnten mittelalterliche Fassungsreste identifiziert und dokumentiert werden. Bei der damaligen Konservierung und Restaurierung wurden schädigende Gipskrusten reduziert, geschädigtes Gesteinsgefüge und Fassungsreste gefestigt und gefährdete Bereiche vor Feuchtigkeit geschützt.

Bereits 2024-2025 hat ein Forschungsprojekt zur umfassenden Evaluierung des Erhaltungszustandes und der vor rund 30 Jahren eingesetzten Materialien und Methoden begonnen. Die Untersuchungen werden 2026 fortgesetzt, durch Musterflächen ergänzt und bereits konservatorisch dringend notwendige Maßnahmen umgesetzt.

Ein erster Schwerpunkt liegt auf der stark schädigenden Feuchte- und Salzbelastung im Sockelbereich des Trichterportals. Durch eine neu geschaffene Verdunstungszone unterhalb des Sockels soll der Feuchtigkeitseintrag in das poröse Gestein künftig reduziert werden. Ein weiterer Schwerpunkt betrifft das stark witterungsexponierte ornamentale Gesims der Portalfassade. Zum langfristigen Schutz der historischen Steinoberflächen ist hier, nach konservatorischen Sicherungsmaßnahmen, eine Abdeckung mit Bleiblech vorgesehen.

Die laufenden Untersuchungen und Maßnahmen bilden die Grundlage für eine wissenschaftlich fundierte Ziel- und Konzeptfindung zur langfristigen Erhaltung des Riesentors. Aufbauend auf den Ergebnissen der Evaluierung werden zudem Grundlagen und Zeitpläne für ein langfristiges Objektmonitoring ausgearbeitet.

Das Projekt wird als Gemeinschaftsprojekt des Bundesdenkmalamtes und der Dombauhütte St. Stephan durchgeführt.

Im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesdenkmalamtes werden folgende Schwerpunkte behandelt: Erstellung von Grundlagen zur langfristigen Evaluierung der Erhaltungs-, Instandsetzungs- und Restaurierungsmaßnahmen an Denkmalen.

Ausführende: Mag.a Susanne Leiner, Mag.a Anna Maria Tupy